Ein anderes Beispiel dafür ist die Pareidolie: Unsere Wahrnehmung ist darauf ausgerichtet, mehrdeutige Bilder im Zweifelsfall als Gesichter zu interpretieren. Das half unseren evolutionären Vorfahren, mögliche Gegner schnell zu erkennen*. Wer gerne in Wolken oder andere Zufallsmuster starrt, der weiß, dass auch Tiere - eine weitere große Gefahrenquelle - gerne als Interpretationen herhalten müssen.
Ein entsetzter Wasserhahn in Treasure Island, Florida.
Noch nicht überzeugt? Es gibt im Internet einige gute Sammlungen von Fotos zum Stichwort Pareidolie - hier eine der lustigsten davon:
http://rantsravesreviewsreflections.blogspot.com/search/label/Pareidolia
*Genau genommen ist das mit den Gefahrenquellen eine Spekulation. Es ist mit Sicherheit so, dass sich die Pareidolie so entwickelt hat, weil sie ein evolutionärer Vorteil war - aber ob das daran lag, dass es uns geholfen hat, Gefahren zu identifizieren oder vielleicht eher, ein freundliches und hilfreiches Gesicht auszumachen, das wird nur sehr schwer rauszufinden bzw. nachzuweisen sein.
Die Annahme, dass sich diese Dinge hauptsächlich zur Gefahrenabwehr entwickelt haben, wird dadurch gestützt, dass einige andere grundlegende psychophysiologische Interpretationstendenzen auf das selbe hinauslaufen - z.B. das Erlernen von Angst oder Ekel. Es gibt aber auch Gegenargumente, auf die mich eine publizierte Wissenschaftlerin nach dem Lesen dieses Eintrags hingewiesen hat. Das hätte ich eigentlich rücksichtslos ignoriert, wenn es sich dabei nicht um meine Frau gehandelt hätte ;)
Pareidolie - Ein mir unbekanntes Wort zu einem mir bekannten Phaenomen. Cooles Bild!
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